Methodik zur Bestimmung der Tiefe unterirdischer Wasserläufe
Die genaue Lage eines Grundwasserkörpers auf der Geländeoberfläche hat dabei das gleiche Gewicht wie die genaue Bestimmung seiner vertikalen Tiefe. Diese Informationen sind von entscheidender Bedeutung, da der Investor oder Grundstückseigentümer im Voraus die erforderliche Länge des Rohrs und den gesamten finanziellen Aufwand kennen muss, der für das Bohren oder Graben eines Brunnens anfällt.
Geometrie von Oberflächensignalen
Die Bestimmung des Abstands zum Grundwasser erfolgt mithilfe verschiedener spezifischer Techniken. Es ist bekannt, dass sich um jeden aktiven Wasserlauf auf beiden Seiten der Quelle sieben reflektierende oder sogenannte „falsche“ Signale bilden. Besonderes Augenmerk wird in der Fachliteratur ausschließlich auf das vierte und siebte Signal gelegt, die in der Theorie am häufigsten als „kleine Parallele“ und „große Parallele“ bezeichnet werden.
Projektion eines rechtwinkligen Dreiecks
Mathematisch und geometrisch bildet der Raum zwischen dem Oberflächenpunkt knapp über dem Wasser und der Linie des vierten Signals ein rechtwinkliges Dreieck, das genau die Hälfte des Quadrats ausmacht. Bei einer solchen Projektion sind die Beine völlig gleich. Dies bedeutet, dass die vertikale Tiefe zum Grundwasser absolut gleich dem horizontalen Abstand vom Mittelpunkt der Strömung bis zum vierten Signal an der Oberfläche ist. Durch einfaches Messen dieses Oberflächenabstands mit einem Messgerät wird automatisch die genaue Tiefe des Wasserflusses ermittelt.
Die Feldmessung wird durchgeführt, indem das Instrument (meistens Gabeln) im rechten Winkel zur Wasserlinie bewegt wird, bis das vierte Signal erkannt wird, woraufhin das Werkzeug abrupt reagiert. Für maximale Präzision und Kontrolle muss der gleiche Vorgang auf der gegenüberliegenden Seite der Strömung wiederholt werden. Die Richtung, aus der das Wasser kommt, lässt sich durch einen speziellen Griff bestimmen – indem man die linke Hand senkrecht über die rechte hält. Das Werkzeug dreht sich dann und richtet seinen hervorstehenden Teil genau auf die Strömungsquelle.
Methoden zur Messung und Abweichung von Winkeln
In der Praxis ist die sogenannte „Bischofsregel“ zur Bestimmung der Tiefe weithin anerkannt. Nach dieser Methode werden von einem zentralen Punkt über dem Wassergefäß Messungen in mehreren völlig beliebigen Richtungen im Kreis durchgeführt. Alle erhaltenen horizontalen Längen zum Signal sollten identisch sein und die Tiefe des Wassers selbst darstellen.
Allerdings haben Feldversuche an Thermalquellen und Spas gezeigt, dass die Theorie nicht immer perfekt ist. Der Winkel von 45 Grad, den die Horizontale am Boden und der Strahl zur Untergrundströmung bilden, variiert in der Praxis oft. Messungen an Tiefbrunnen haben gezeigt, dass dieser Winkel regelmäßig zwischen 48 und 50 Grad liegt, während bestimmte wissenschaftliche Aussagen behaupten, dass er sogar 60 Grad erreichen kann. Aufgrund dieser natürlichen Abweichungen ist die Bestimmung der Tiefe allein auf der Grundlage strenger Geometrie nicht ganz genau. Die erfahrensten Außendienstmitarbeiter wenden immer eine spezifische, im Laufe der Jahre erworbene Korrektur an, bevor sie die endgültigen Messungen für die Bohrung vornehmen.
Mögliche Fallstricke und Vorsichtsmaßnahmen
Bei der Bestimmung der Tiefe kann es zu versteckten Fehlern kommen, die teilweise nicht im Vorhinein beseitigt werden können. Ein klassisches Beispiel ist die Situation, in der sich zwei separate Bäche im Boden befinden, einer direkt unter dem anderen. Unter solchen Umständen kann es vorkommen, dass das Instrument die Tiefe eines flachen Baches misst (der nur eine vernachlässigbare Wassermenge hat oder nur aus einer extrem feuchten Sandschicht besteht), während die Informationen über die enorme Großzügigkeit und Kraft unbeabsichtigt vom tiefer gelegenen, viel tieferen und stärkeren Bach abgerufen werden.
- Atmosphärische Einflüsse: Arbeiten, die vor dem Eintreffen eines Sturms, aufgrund eines Luftdruckabfalls oder bei extrem starker Sonneneinstrahlung durchgeführt werden, liefern regelmäßig völlig falsche und verzerrte Daten.
- Idealer Zeitpunkt zum Arbeiten: Feldtests dürfen ausschließlich am frühen Morgen oder späten Nachmittag durchgeführt werden, wenn das Energiefeld am stabilsten ist.
Angesichts der Tatsache, dass Bauarbeiten und die Beschaffung von Rohren enorme finanzielle Ressourcen erfordern, wird Personen ohne Erfahrung dringend empfohlen, keine unabhängigen Projekte durchzuführen. Um Fehlern vorzubeugen, die zu Schadensersatzansprüchen der Anleger führen können, ist es notwendig, sich mit Experten mit langjähriger Erfahrung Zeit zu lassen. Umsicht, Gelassenheit und mehrfache Kontrolle der Ergebnisse sind die einzigen Garanten für eine erfolgreich ausgeführte Arbeit.